Film und foto der zwanziger jahre

Film und foto der zwanziger jahre

 29.07.2014: Der größte Teil des Gerätebestands des DRM / DRA geht an das Technoseum in Mannheim über:

 

Am 29.7.2014 wurde auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, daß u.a. der größte Teil des Gerätebestands des ehemaligen Deutschen Rundfunk-Museum e.V. und des Deutschen Rundfunkarchiv Babelsberg (DRA), sowie eine große Gerätesammlung des SWR an das Technoseum in Mannheim übergeht.

 

Damit kann die Geschichte des ehemaligen Deutschen Rundfunk-Museum e.V.  als abgeschlossen betrachtet werden. Bei Auflösung des gemeinnützigen Vereins mussten die Bestände (soweit noch im Eigentum des Vereins) an eine ebenfalls gemeinnützige Institution weitergereicht werden, ebenso der nächste Schritt der Weitergabe vom DRA mußte Gemeinnützigkeit zum Ziel haben.

Beim DRA in Babelsberg (Marlene-Dietrich-Allee 20) verbleibt in der bemerkenswerten Foyer-Ausstellung mit über 100 Exponaten ein sehenswerter Querschnitt von Radio/Fernseh-Endgeräten zur Besichtigung. Diese Exponate sind einen Besuch im Gebäudes des DRA wirklich wert (... mehr dazu hier).  Man hört, daß das Technoseum in den kommenden Jahren auch einen Exponate-Bereich mit dem Themenbereich Rundfunkgeschichte aufbauen will.

 

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12.08.2014: Einige Hinweise zum "Niedergang" des Vereins mit Gegenposition zu einigen Einschätzungen im WWW:

Im WWW wird von einem zumindest damals themenverwandten und vielleicht auch konkurrierenden virtuellen Museum Einiges zum Deutschen Rundfunk-Museum e.V. behauptet, was ich als ehemaliges Mitglied des Vereins so nicht stehenlassen will:

Richtig ist, daß der Anfang vom Ende des Rundfunk-Museum mit der Kündigung der Räumlicheiten unter dem Funkturm und der Streichung der finanziellen Mittel durch den Berliner Senat begann. Das lag aber damals sicher nicht primär an persönlichen Verhaltensmustern von Mitarbeitern des Museums.  Das waren vielmehr fast ausschließlich lokalpolitische Beweggründe und (vermeintliche Sparzwänge) , die nicht oder kaum mit dem Verhalten des Vereins zu begründen waren. 

Ein Verein, der tatsächlich ein reales (und auch recht gut besuchtes) Museum mit festangestellten Mitarbeitern betreibt, hat hohe laufende Kosten, die NIEMALS allein durch Mitgliedsbeiträge finanzierbar sind. Der Verein wurde damals hauptsächlich durch Mittel der ARD, des Senats und indirekt durch Bereitstellung der Räume durch die Messegesellschaft Berlin getragen.

 

Die Messegesellschaft wollte unbedingt die an exponierter Stelle direkt unter dem Funkturm gelegene Örtlichkeit selbst nutzen. Fallen zwei dieser Sponsoren aus, ist ein echter Museumsbetrieb nicht mehr möglich, unterstelltes personelles Verhalten der Vereinsverantwortlichen hin oder her.

Man erinnere sich an die Verhältnisse um 1997. SPAREN war Land auf und Land ab die Maxime, es entsprach dem neoliberalen Zeitgeist dieser Jahre. Es kann  aber auch als "kaputtsparen" bezeichnen.

 

Sicher kann man über die richtige oder falsche Strategie des Vereins diskutieren, aber allein dem Vorstand oder der damaligen Museumsleiterin Schuld zuzuschieben, ist einfach zu kurz gegriffen und verkennt die Tatsachen.

 

Der Verein hat davor,  zu der Zeit um 1997 und auch dannach in die Öffentlichkeit gewirkt: Zahlreiche Publikationen, auch die berühmte und von der Fachwelt geschätzte "Lose Blatt-Sammlung" in Zusammenarbeit mit dem Archiv-Verlag belegen das eindrucksvoll. Nicht zu vergessen die "technischen Plaudereien" und andere Veranstaltungen. Vermutungen über das richtige oder falsche Verhalten im persönlichen Umgang mit externen Verantwortungsträgern haben fast zwangsläufig den Nachteil, dass es eben Vermutungen sind. Diese Vermutungen können richtige oder falsche Einschätzungen sein.

Die sogenannten "informierten Kreise" innerhalb des Vereins hätten doch im Verein Einfluß zur  "richtigen" Strategie nehmen können. Ich war seit 1997 eigentlich auf jeder Mitgliederversammlung dabei. Hier haben sich aber kaum dramatische und unversönliche Diskussionen über die "richtige" Zukunft abgespielt. Oft zerrieben sich aber Vorschläge der Mitglieder oder des Vorstands zur Zukunft am begrenzten Etat. Lediglich die Einführung eines WEB-Auftritts war vielleicht ein wenig zögernd.

 

Klar ist auch, daß über die Jahre immer wieder versucht wurde, finanzierbare Ausstellungsräume zu finden. Die finanzielle Unterstützung durch die ARD ermöglichte immerhin bis zur Einstellung Ende 2012 ein Weiterwirken des Vereins, eben auch mit den jährlichen Funkausstellungen und dem umfangreichen WEB-Auftritt. Die ARD unterstützte hier kräftig durch kostenlose Bereitstellung der Ausstellungsflächen, allerdings mußte der Verein jeweils die nicht unerheblichen Ausrüstungs- und Exponate-Vitrinen / Plattformen / Möbel finanzieren.

Sicher ist für eine positive Mitgliederentwicklung ein Verein ohne tatsächliches Museum nicht das Optimum, aber das geht doch anderen Vereinen und Museen ebenso. Auch Fernseh-Museen?

Jedenfalls haben die Vereinsmitglieder nicht aufgegeben und sich um veränderte Aufgaben bemüht. Nachdem die Geräte teilweise an das DRA verkauft wurden, um Schuldenfreiheit zu erlangen, hat sich zusammen mit dem DRA in Potsdam dort eine kleine aber feine Geräteausstellung etablieren können. Die  schon erwähnte "Lose Blatt-Sammlung" wurde weitergeführt. Diese Blätter erforderten viel redaktionelle Arbeit bis hin zur Erzeugung qualitativer Photos.

Der Aufbau und die Modernisierung der dann sehr erfolgreichen WEB-Seite brachte bald eine so nicht leicht woanders zu findende Geräte-Ausstellung von über 1400 Exponaten mit (für Vereinsmitglieder) detaillierten Informationen. Auch für Nichtvereinsmitglieder waren die guten Exponate-Fotos interessant. Der Ruf dieser vielfach angeklickten WEB-Seite war gut.

Und - besonders wichtig - ab 2007 war der Verein (bis 2012) jedes Jahr auf der internationalen Funkausstellung mit einem Stand vertreten. Das war jedesmal für den Verein eine erhebliche logistische Herausforderung, die nur durch die Mitarbeit vieler Vereinsmitglieder gestemmt werden konnte.

In diesen Jahren hat es weit über 103000 Besucher (einschließlich des Jugend-Projekts SCHULE@IFA) auf dem Stand gegeben. Presse, Rundfunk, Fernsehen brachte zusätzlich Aufmerksamkeit. Das sollen andere Museen mit ähnlichen Themen erst einmal nachmachen.

 

Fazit: Nicht die Personen des Vereins - bis hin zum Vorstand - haben den Niedergang verschuldet, sondern eher die Streichung der finanziellen und sachlichen Mittel über die Jahre hinweg. Ein Schicksal, daß leider viele andere Vereine und Museen teilen mussten.


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